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640.000 Menschen haben sich von Facebook abgemeldet: na und?

In den Niederlanden gibt Newcom Social-Media-Forschung seit 2010 Einblicke in die Nutzung von Social Media. Für die Kommunikations- und Marketingbranche ein wunderbarer Überblick über neue Zahlen und Trends in der Nutzung der verschiedenen Kanäle. Viele Niederländer haben sich in diesem Jahr von Facebook zurückgezogen. Auch die ARD/ZDF-Onlinestudie hat angegeben, dass in Deutschland die Nutzerzahlen von Facebook zum ersten Mal rückläufig sind. Nicht unerwartet, aber es ist logisch, dass dies die erste Schlussfolgerung ist: Es gibt eine Reihe von Benutzern, die dem Kanal den Rücken kehren. Aber eigentlich spielt es keine Rolle. Diese Leute hat man sowieso nicht erreicht.

Im Social Media Marketing geht es darum, dass man weiß, auf welchen Kanälen man anwesend sein muss, um die gewünschte Zielgruppe zu finden und gefunden zu werden. Man erreicht mit seinem Produkt, seiner Idee oder seinem Service die richtigen Personen und kann seine Botschaft vermitteln. So erregt man Aufmerksamkeit und sorgt man für Bewegung auf der eigenen Website. Die inaktivierten Profile, die jetzt gelöscht wurden, haben keinerlei Auswirkungen auf den Erfolg einer Social Media-Strategie.

Tägliche Nutzung

Natürlich ist es wahr, dass Facebook ein schlechtes Jahr hinter sich hat. Die Kritik an der Einhaltung der Datenschutzgesetze war hart und viele Menschen vertrauen Facebook nicht mehr. Die verschiedenen Beispiele gefälschter Nachrichten (Fake News) tragen ebenfalls nicht zur Glaubwürdigkeit bei. Diese schlechten Momente haben definitiv die Abnahme der Benutzerzahlen vorangetrieben. Aber ich frage mich, wie groß der Einfluss dieser Nachrichten wirklich war. Als Arjen Lubach (niederländischer Moderator) sein Publikum in der Hitze des Gefechtes aufrief, Facebook massenweise zu verlassen, antworteten nur 2.000 Niederländer auf #byebyefacebook. Eine enttäuschende Zahl.

Der Nutzungsrückgang ist bereits viel früher gestartet, und dass junge Menschen Facebook kaum noch nutzen, ist auch kein Geheimnis. Dies geht auch aus den Zahlen hervor: Auch der tägliche Gebrauch nimmt vor allem bei Nutzern über 40 Jahren zu und wachsen die jüngeren Benutzerzahlen sehr zurückhaltend. Trotz des Rückgangs blättern immer noch rund 30 Millionen Menschen jeden Tag treu durch ihre Chronik. Zum Vergleich: Auf Instagram sind das täglich 2,7 Millionen Niederländer. Instagram verzeichnete im Jahr 2019 einen Anstieg von 550.000 täglichen niederländischen Nutzern. Einmal raten, wo die jungen Leute unter 40 Jahren jetzt zu finden sind ....

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Jeder hängt irgendwo anders rum

Die Newcom-Studie ist ein großartiges Werkzeug, um den Status der verschiedenen Social-Media-Kanäle zu ermitteln. Welcher Kanal wird immer beliebter, welche Altersklassen gibt es wo? Diese Erkenntnisse helfen, festzustellen, wo sich die Zielgruppen befindet. Und diese Einblicke helfen zu sehen, wie und wo man sozial aktiv sein muss.

Aber nur das Alter oder die Nutzerzahlen zu betrachten, reicht für eine gute Social Media-Strategie nicht aus. Man könnte zum Beispiel denken, dass man auf Facebook aktiv sein muss, da viele Menschen es nutzen. Wenn sich Ihr Unternehmen jedoch ausschließlich auf den Geschäftsmarkt konzentriert, ist LinkedIn oder Xing wahrscheinlich interessanter. Auch wenn die Anzahl der Twitter-Nutzer seit Jahren zurückgeht, kann es für Unternehmen sehr nützlich und sinnvoll sein, über dieses soziale Medium erreichbar zu sein.

Darüber hinaus schließt das eine nicht das andere aus: So kann sich ein Unternehmen, das in den Seniorenmarkt einsteigt, auf Facebook profilieren, sich auf informelle Weise mit den Senioren und der Familie befassen und Fotos der Produkte veröffentlichen, die das Unternehmen über Instagram anbietet. Dabei spielt es keine Rolle, wie man sich im sozialen Bereich profiliert, solange man dort ist, wo die Zielgruppe ist. Wenn dies auf Facebook ist, sollte man sicher stellen, dass man dort gefunden werden kann. Wenn man die alten Facebooker erreichen möchten, die jetzt zu Instagram gewechselt sind, sollte man ihnen folgen und auch auf Instagram aktiv werden.

Marlous Fortuin

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