Neuigkeiten und Blogs

Das Medium ist die Botschaft

Letzten Monat habe ich in meinem Blog über die Entschuldigung von Facebook in den Printmedien geschrieben. Eine auffällige Wahl für einen Tech-Giganten, aber leicht zu erklären. Ich habe auch über den Erfolg von Benutzerkonferenzen großer IT-Unternehmen geschrieben. "Tech goes traditional". In diesem Blog möchte ich ein aktuelles Beispiel zitieren, das genau das Gegenteil zeigt. Ein traditionelles Einzelhandelsunternehmen, das nur soziale Influencer für eine Kampagne verwendet. Ein schöner Kontrast, der zeigt, dass jedes Ziel ein anderes Mittel heiligt, und ein Lehrbuchbeispiel für: des Mediums ist die Botschaft.

Vor etwa zwei Wochen schrieb die NOS (niederländische Rundfunkanstalt) über Social-Influencer und den "gekauften" Erfolg eines Wimpernserums. Niederländische Teenager scheinen seit Monaten über nichts anderes zu reden als das Wimpernserum der Drogeriekette Kruidvat, das jetzt als Wunder ausgerufen wurde. Die meisten Menschen meiner Generation werden den berühmten Prospekte kennen, aber die Drogeriekette hat die traditionellen Medien links liegen lassen für die Vermarktung des Wimpernserums. Es wurde ausschließlich auf Social Influencers gesetzt. Ergebnis: Das Produkt ist seit Monaten im Laden ausverkauft. Erst wenn die Kampagne die traditionellen Medien erreicht, weiß auch ich davon. Ich befürchte nur, dass sich dies nur wenig auf den Verkauf des Wimpernserums auswirken wird.

Sowohl die Printwerbung von Facebook als auch die Social Influencer-Kampagne von Kruidvat zeigen einmal mehr, dass jedes Medium seinen Wert kennt, abhängig von der Botschaft und dem zugrunde liegenden Ziel. Zumindest für so lange, wie dies noch andauern wird. Diese Geschichte muss natürlich etwas nuanciert sein, wenn wir die neue(n) Generation(en) der Verbraucher betrachten. Anfang dieses Jahres präsentierte der Tagesspiegel eine Umfrage, die zeigt, dass das Kaufverhalten von Kindern un Teenagern stark von Vlogs beeinflusst wird. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Generation in 10 Jahren eine Zeitung lesen wird, schätze ich ziemlich gering ein. Aber die Nachricht bleibt - das Medium ist die Nachricht.

hands-1167618_1920.jpg

Bei der Auswahl eines Mittels oder eines Mediums kann die Erreichung von möglichst vielen Menschen kein Ziel mehr sein. Die Kruidvat-Kampagne zum Beispiel macht deutlich, dass Nischen-Targeting sehr effektiv ist. Nicht jeder in Ihrer Zielgruppe muss immer über alles informiert werden. Der Punkt ist, dass die richtigen Leute zur richtigen Zeit mit relevanten Produkten und/oder Dienstleistungen in Kontakt gebracht werden müssen. Das zeigt sich deutlich in diesen Beispielen.

Fazit: Unternehmen müssen sich Gedanken machen über den strategischen Einsatz von Kommunikationswerkzeugen. Vor allem, nicht blindlings den neuesten Trends folgen oder auf die gesamte Öffentlichkeit abzielen, sondern sich in die Zielgruppe vertiefen und herausfinden, wo diese wirklich ist. Und das ist oft an unerwarteten Orten.

 

 

      Lassen Sie Ihren Kommentar