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Framing ist eine gefährliche Waffe im Arsenal des Politikers

Framing ist in den Medien und der Politik nichts Neues. Die Art und Weise, in der heutzutage „geframt“ wird, ist jedoch neu; Sie wird immer populistischer. In diesem Zusammenhang ist es interessant zu sehen, wo die Grenze liegt. Angenommen, dass diese überhaupt existiert.

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"Warum muss der Bäcker für das Studium eines Anwalts bezahlen?", "Krieg gegen Terroristen", "Glückssuchende und Asylbewerber", "Denk nicht an einen rosa Elefanten" und "Unsere Chips sind 65% fettfrei". Nur ein paar Sätze, die "einen Rahmen setzen" oder bewusst formuliert sind, um eine Reaktion des Publikums hervorzurufen.

Framing

Objektiv gesehen ist das Framing eine Technik, um Wörter und Bilder "in einen Rahmen" zu setzen und so diejenigen Aspekte hervorzuheben, für die die vorgesehenen Empfänger am anfälligsten sind. Framing als Mittel ist an sich unschuldig. In einer Diskussion oder bei einer Nachricht, die überzeugen soll, eignet sich Framing um dem Publikum seine Seite der Geschichte verständlich zu machen. Zusätzlich kann es verwendet werden, um den Punkt eines Gegners zu schwächen, indem ein bestimmter Aspekt negativ hervorgehoben wird. Framing erzeugt ein bestimmtes Bild oder eine Assoziation. Zum Beispiel, wenn ich sage "denke nicht an einen rosa Elefanten", besteht die Chance, dass Sie einen rosa Elefanten vor sich sehen und mein eigentliches Ziel erreicht wurde.

Framing ist in den Medien unverzichtbar. Alle Zeitungen haben ihren eigenen Schreibstil, um an ihre Leser zu appellieren, der Hand in Hand mit „dem Rahmen“ geht, den sie auf eine bestimmte Nachricht legen wollen. Das bedeutet, dass verschiedene Medien die gleichen Nachrichten auf ganz unterschiedliche Art und Weise bringen und so sozialen Debatte eine gewisse Ladung geben. Betrachten wir zum Beispiel den Fipronil-Skandal des letzten Jahres, in dem der Begriff "Gift Eier" verwendet wurde. Die Tatsache, dass man jede Woche eine unmögliche Anzahl kontaminierter Eier essen müsste, um überhaupt ein nennenswertes Risiko einzugehen, beeinträchtigte den Begriff und das ausgelöste Schrecken nicht.

Politik

Natürlich ist die Welt der Nachrichtenmedien nicht die Einzige, die Framing verwenden, um ihre Botschaft der Öffentlichkeit zu vermitteln, auch Politiker können davon profitieren. Normalerweise verwenden Politiker relativ "saubere" Rahmen, um ihre eigene politische Botschaft zu stärken oder die Botschaft einer anderen Partei zu entkräften. "Warum sollte der Bäcker für das Studium eines Anwalts bezahlen?", war beispielsweise ein Weg für GroenLinks (Partei der Niederlande), sich in der Diskussion über Stipendien zu positionieren. Aber es gibt immer mehr Beispiele für negative, schneidende und sogar unverschämte Assoziationen. Nehmen Sie die berüchtigte "Kopftuchsteuer" von der PVV in den Niederlanden. Mit negativ geladenen Worten wollte Geert Wilders dafür sorgen, dass die Diskussion um Kopftücher im Vorfeld negativ geführt wurde.

Die Grenze zwischen Framing und Täuschung verschwimmt zunehmend. Eine Nachricht auf seine eigene Weise dar zu stellen, die am besten zu einem passt, ist eine Sache. Fakten bewusst hinzuzufügen oder zu verzerren, ist eine ganz andere. Schauen Sie zum Beispiel beim niederländischen Referendum über das ‘Wiv‘ (Gesetz über die Nachrichten- und Sicherheitsdienste), von den Gegnern geframt als ‘Schleppnetzgesetz‘. Befürworter des Gesetzes, insbesondere die Regierungsparteien, versuchten, den Rahmen des ‘Wiv‘ mit aller Macht zu verändern, und Bemerkungen über die nationale Sicherheit wurden nicht gescheut. Natürlich soll das Gesetz gefährliche Aktivitäten aufdecken, aber diese Tatsache wurde von verschiedenen Vertretern missbraucht. Zum Beispiel erwähnt Herr Docters van Leeuwen in einer Sendung im niederländischen Fernsehen, die jetzt nirgendwo mehr zu finden ist, dass die Wahrscheinlichkeit von Angriffen sehr real ist und dass Menschen sterben werden, wenn das Gesetz nicht durchkommt. Damit legt er den Wählern viel Verantwortung auf die Schultern und die Frage ist, ob dies zu weit ging. Nirgendwo wird dieser Kommentar begründet. Er macht sich die Tatsache zunutze, dass niemand sein Horrorszenario Wirklichkeit werden lassen will, und ignoriert die Tatsache, dass eine Gegenstimme nicht notwendigerweise bedeutet, dass das ganze Gesetz abgelehnt werden muss und sein Szenario näher rückt, sondern dass ein "Nein" hauptsächlich bedeutet, dass kritisch nach gewissen Passagen geschaut werden müsste.

Die Frage ist jetzt; geht das nicht zu weit? Ist diese Herangehensweise gerechtfertigt? Vor allem von Regierungsbeamten? Denn in welchem Maße weiß der Zuhörer selbst, dass eine Botschaft geframt ist, und kann er in einer politischen Botschaft Fakt und Fiktion unterscheiden? Ich habe hierauf keine Antwort, aber das ist eine Diskussion, die geführt werden sollte.

Framing ist grundsätzlich nicht falsch; es ist ein kraftvolles Mittel, um eine Zielgruppe zu überzeugen oder zumindest auf sich aufmerksam zu machen. Schauen Sie sich die Überschrift von diesem Blog an. Es ist fast unmöglich, das Framing zu vermeiden, weil jedes Wort oder Konzept eine gewisse Ladung mit sich bringt. Worauf wir jedoch achten müssen ist, dass das Framing zu einem Mechanismus wird, der die Angst stimuliert, wenn der Rahmen tatsächlich zur Lüge wird.

 

Koen Uijt de Haag

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