Neuigkeiten und Blogs

Internationale PR - Mehr als Übersetzen, die Kunst sich in andere Kulturen hineinversetzen zu können

In der PR geht es darum Unternehmen, Menschen oder Themen in ein gewünschtes Licht zu setzten. In der Kommunikationstheorie spricht man oft über Sender, Nachricht und Empfänger. Auch wenn der Sender, der PR-Profi, eine klare Botschaft sendet, hängt das Verstehen der Selbigen immer noch von der Wahrnehmung des Empfängers, der Zielgruppen, ab. Um zu verstehen, wie Menschen Dinge wahrnehmen ist es wichtig ihren kulturellen Hintergrund zu berücksichtigen. Das ist die Herausforderung für internationale PR-Profis, im Besonderen, wenn sie in einem unbekannten Land zu Werke gehen.

Die gleiche Sprache zu sprechen, heißt nicht unbedingt sich zu verstehen

Um über Grenzen hinweg zu kommunizieren, ist es wichtig dieselbe Sprache zu sprechen. Englisch ist heutzutage die am häufigsten verwendete Sprache in der internationalen PR, aber aufgepasst, denn Englisch ist nicht gleich Englisch. Die Unterschiede zwischen amerikanischem, britischem und australischem Englisch können enorm sein. Nehmen wir zum Beispiel das Wort Hosen. Im Amerikanischen sagt man "pants", aber "pants" bedeutet im britischen Englisch Unterwäsche. Auch das Französisch, das in Frankreich gesprochen wird, ist nicht das gleiche Französisch, das man in Belgien oder in der französischsprachigen Schweiz spricht. Diese Feinheiten machen einen großen Unterschied und können die Nachricht, die der Sender senden möchte, völlig verzerren.

Der kulturelle Hintergrund muss in den Vordergrund rücken

Wie Menschen Dinge verstehen und beurteilen, hängt zum Teil von ihrem kulturellen Hintergrund ab. Menschen aus verschiedenen Kulturen können durch ihre Erziehung unterschiedliche Gefühle und Ideen über bestimmte Themen  haben. Zum Beispiel zeigt die Studie von Arusha Mau-Asam, dass IKEA sich dessen sehr bewusst ist. Ikea hat spezielle Kataloge für England, USA und Australien, obwohl in allen drei Ländern Englisch die Hauptsprache ist. Das kommt daher, dass das Interesse und die Nutzung von den Wohnräumen unterschiedlich ist. Es scheint, dass das "Schlafzimmer" für Amerikaner und Britten sehr wichtig ist. Die Australier legen mehr Wert auf das Wohnzimmer. So wurde beispielsweise nicht nur der Sprachgebrauch für die Zielgruppen angepasst, sondern auch die vorgeschlagenen Produkte und die Struktur des Ikea-Katalogs.

Medienkanälefür den Informationsfluss

Natürlich berücksichtigt ein guter PR-Profi die Mediennutzung der Zielgruppen. Um in der internationalen PR gut vorbereitet zu sein, muss der Profi jedoch noch mehr Faktoren berücksichtigen. So glaubt der Deutsche eine Botschaft nur, wenn ein Experte es sagt hat. In Frankreich benutzt man zwar die soziale Netzwerke enorm, aber ist es illegal diese im Fernsehen oder Radio zu erwähnen. Solche Fakten sollte ein moderner, internationaler PR-Berater nicht nur kennen, sondern auch wissen, wie man diese umsetzt. Dies setzt eine genaue Untersuchung des Zielmarktes voraus oder die Zusammenarbeit mit einem lokalen PR-Büro.

Beim Geschäftstreffen den richtigen Ton treffen

Beim Schreiben und Veröffentlichen von Kommunikationsmaterial müssen die Sprache, die kulturellen Unterschiede und die unterschiedliche Mediennutzung berücksichtigt werden. Um Geschäfte zu machen, ist jedoch persönlicher Kontakt notwendig. Um mit Geschäftspartnern aus einer anderen Kultur zu kommunizieren, sollte man sich der lokalen Arbeitsweise und Umgangsformen bewusst sein. Selbst in sehr ähnliche scheinenden Ländern, wie den Niederlanden und dem flämischen Teil Belgiens, können Unterschiede existieren. So ist zum Beispiel eine persönliche Herangehensweise in Belgien äußerst wichtig. Deshalb kann man erst übers Geschäftliche sprechen, wenn man das Vertrauen mit persönlichem Smalltalk gewonnen hat. Wenn man diese kulturellen Unterschiede nicht kennt bzw. nicht darauf eingeht, kann das die Geschäftsbeziehung behindern oder gar aufs Spiel setzten.

Das Fazit ist, das Kultur als Filter angesehen werden sollte. Je besser man diesen Filter kennt und versteht, umso besser kann man Botschaften erstellen, die tatsächlich das gewünschte Ergebnis erzielen.

Anne Nicolaides

      Lassen Sie Ihren Kommentar