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Online-Botschafter für Ihre Unternehmensseite: Wie bringen Sie sie in Bewegung?

In Deutschland bzw. dem deutschsprachigem Raum gibt es 31 Millionen Facebook-Profile, 12 Millionen Twitter-Nutzer, 10 Millionen LinkedIn-Konten und 15 Millionen monatlich aktive Instagrammer. Es besteht eine große Chance, dass Ihre Kollegen irgendwo in einem der sozialen Medien-Kanäle aktiv sind. Aber warum sind sie nie auf Ihren Unternehmensseiten aktiv?

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Soziale Medien geschäftlich einzusetzen, ist meiner Meinung nach immer eine gute Idee. So können Sie informell zeigen, wer Sie als Betrieb sind, damit jeder Interessierte einen guten Eindruck davon bekommt, wofür Ihr Unternehmen steht. Sie teilen Informationen über Ihr Unternehmen, Ihre Produkte oder Ihre Dienste und generieren Traffic auf Ihrer Webseite. Aber die Botschaft wird nur dann wirklich kraftvoll, wenn sich Ihre Mitarbeiter auch selbst zeigen und aktiv teilen. Denn wenn Sie soziale Medien geschäftlich einsetzen, sind Ihre Mitarbeiter Ihre besten Botschafter.

Alles dreht sich um Engagement

Zumindest wenn wir über zufriedenen Mitarbeiter sprechen. Glücklicherweise scheinen immer mehr Unternehmen das Mitarbeiterengagement, oder auch employer engagement, ganz oben auf der Tagesordnung zu haben. Denn ein zufriedener Angestellter ist auch der Mitarbeiter, der sich für die Organisation ein bisschen mehr anstrengen will. Dies zeigt sich auch in verschiedenen Studien: Das Engagement des Mitarbeiters beeinflusst die Produktivität und damit auch das Betriebsergebnis.

Aber es geht darüber hinaus. Ein engagierter Mitarbeiter, der in den sozialen Medien aktiv ist, hat direkten Einfluss auf das Image des Unternehmens. Dies liegt auch daran, dass eine Reaktion von einem Mitarbeiter als authentisch empfunden wird, während eine Nachricht von einem Unternehmen als kommerziell angesehen wird. Eine vernichtende Reaktion auf Glassdoor kann dafür sorgen, dass sich potentielle Kandidaten nicht auf einen Job bewerben. Aber ein Bild von einem interessanten Training und die positive Meinung der verschiedene Mitarbeiter in der sie teilen, wieviel sie gelernt haben, wirkt sich viel positiver auf das Image des Unternehmens aus.

Es ist also eine gute Idee, Ihre Mitarbeiter in alle Aktivitäten auf den sozialen Medien einzubeziehen. Aber was man oft sieht, ist, dass die Interaktion nicht optimal ist. Schade, weil die Algorithmen der verschiedenen sozialen Medien so programmiert sind, dass die Botschaften von Unternehmen eine sehr begrenzte, organische Reichweite haben. Wenn Sie auffallen wollen, müssen Sie bezahlen. Dies gilt nicht für persönliche Profile: Wenn Sie etwas als Person teilen, haben Sie in jeder Chronik Vorrang vor Unternehmen.

What’s in it for me?

Bei Wisse Kommunikatie haben wir seit einigen Jahren alle sozialen Netzwerke für einige unserer Kunden betreut. Für einen bestimmten Großkunden haben wir Geschäftsprofile auf drei Kanälen erstellt und einen Blog gepflegt. Wir haben auch Inhalte und die Planung bereitgestellt sowie Artikel und Blogs, Infografiken und themenbezogene Informationen geteilt. Dies beinhaltete natürlich auch das tägliche Monitoring und das Customer Engagement. Die Botschafter dieses Kunden waren vorrangig Mitglieder des Verkaufsteams. Diese sind in den sozialen Medien aktiv, um potentielle Kunden zu finden. Sie wissen, wie die Kanäle funktionieren und wollen zu einer größeren Online-Reichweite beitragen. Aber weil diese Mitarbeiter hauptsächlich in geschäftlichen Netzwerken, wie LinkedIn und Xing, tätig waren, war das der einzige wachsende und erfolgreiche Kanal.

Und hier liegt auch das Hauptproblem der Botschafterkommunikation: Die Beteiligung wird erst dann authentisch, wenn die Botschafter selbst auch etwas davon haben. Auf LinkedIn war ein erfolgreiches Geschäftsprofil eine wertvolle Bereicherung für die täglichen Aktivitäten des Teams. Die aktive Seite machte einen guten Eindruck auf ihre neuen Kontakte und erleichterte so die Akquisition. Das Facebook-Profil wurde, auch nach unseren wiederholten Anreizen und Bitten, vernachlässigt. Die Aktivitäten wurden hier nicht optimal unterstützt, ich bin immer noch davon überzeugt, dass dies eine verpasste Chance ist.

Finden Sie den richtigen Benutzer

Sie können Personen in den sozialen Medien in drei Arten von Benutzern gruppieren, die alle aufgrund anderer Motivationen handeln. Der konsumierende Benutzer ist hauptsächlich im Hintergrund und nutzt soziale Medien, um die Updates aus seinem Netzwerk zu verfolgen. Der beitragende Benutzer reagiert auf Updates von Freunden und Bekannten, postet selbst aber wenig oder nichts. Schließlich gibt es den erstellenden Benutzer. Ein aktiver Benutzer, der teilt, schreibt und antwortet. Er sucht nicht nur Interaktion, sondern sieht soziale Medien als eine Form der Selbstdarstellung. Er findet seine Belohnung in Form von Likes und Kommentaren.

Bei der Festlegung Ihrer sozialen Medienstrategie ist es sehr wichtig, nicht nur auf den begeisterten Mitarbeiter zu schauen, der „etwas mit den sozialen Medien machen möchte“. Sie müssen zuerst das Verhalten dieses Mitarbeiters auf den verschiedenen Kanälen betrachten, um festzustellen, ob er die richtige Person ist. Unser Kunde zeigte, dass LinkedIn ein perfektes Medium für die Botschafter aus dem Verkaufsteam war. Aber sie waren höchstens ein beitragender Benutzer auf Facebook und Twitter und zogen es vor, Geschäftliches und Privates in diesen sozialen Netzwerken zu trennen. Es ist nicht so, dass ein erstellender Nutzer in allen sozialen Medien gleichermaßen aktiv ist. Alle sozialen Medien haben ihren eigenen Charakter, und das hat auch Auswirkungen auf die Art ihrer Nutzung.

Aber aus Schaden wird man klug. Jetzt wissen wir, dass man erstellende Benutzer für eine Botschafterrolle haben muss, die nicht nur auf einer Plattform aktiv sind. Mitarbeiter, die nicht zögern, online zu erzählen, was sie gerade tun, und gerne ihre Meinung teilen. Für diese Menschen ist es eine Belohnung, wenn sie mit den sozialen Medien interagieren und etwas bewegen. Gerade diese Bewegung lässt das Engagement wachsen: mit dem Mitarbeiter selbst und auf Ihrem Unternehmensprofil!

Marlous Fortuin

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