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PR oder Propaganda? Amnesty scheint den Unterschied nicht zu kennen

In der neuen Kampagne von Amnesty gegen Saudi-Arabien behauptet der Verband, dass das Land eine sehr gute PR-Agentur haben muss, um die Untergrabung der Menschenrechte im Land positiv darstellen zu können. Verstehen Sie mich nicht falsch, ich finde es gut, dass Amnesty in großem Umfang auf die Missstände in Saudi-Arabien aufmerksam macht. Aber die Tatsache, dass PR-Berater als ein Haufen lügende Schönredner von Missständen dargestellt werden, finde ich höchst problematisch.

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Saudi-Arabien hat offensichtlich ein großes Imageproblem. Aber warum wird das Ansehen der „PR-Agentur“ auch direkt beschmiert? Konzentriert euch doch mit der Kampagne auf die Missstände im Land, anstatt auf die Exzesse der Kommunikationsbranche zu fokussieren und diese dem PR-Sektor zuzuschreiben.

Die Kampagne zeichnet ein ziemlich unrealistisches Bild. Stellen Sie sich vor, dass ein westliches Büro (wie es in der Kampagne genannt wird) mit der folgenden Frage angesprochen wird:

In Saudi-Arabien haben wir einige Probleme mit unserem Image. Im Westen findet man es seltsam, dass bei uns Frauen und Männer im öffentlichen Raum strikt getrennt bleiben müssen, körperliche Bestrafung und Enthauptungen durchgeführt werden und all dies als "Kultur" bezeichnet wird. Außerdem haben wir einen kleinen Konflikt mit dem Jemen. Aber eigentlich sehen wir das nicht als Problem an. Können Sie uns helfen? Sie sind doch eine westliche PR-Agentur?

Ich kann mir nicht vorstellen, dass es auch nur eine selbstrespektierende Agentur gibt, die darauf eingehen würde. Der Kern von PR ist jedoch, das Verständnis zwischen einer Organisation und der Öffentlichkeit zu erhöhen, aber diese Aufgabe ist natürlich völlig inakzeptabel.

Bei Wisse Kommunikatie unterstützen wir regelmäßig Unternehmen in Krisensituationen. Die Analyse jeder Krisensituation basiert auf Transparenz, Ehrlichkeit, selber die Botschaft vermitteln und den Dialog angehen. Eine offene Kommunikation; nicht immer einfach, aber so, dass die Leute es verstehen und nachvollziehen können. Und so machen es auch unsere Agenturkollegen, dafür lege ich meine Hand ins Feuer.

Warum werden PR- und Kommunikationsberater jetzt wieder so negativ dargestellt? Schon vor einem Monat war unser Sektor bereits mit negativen Schlagzeilen in den Nachrichten. Bei der Rechenschaftsrede des ING-Aufsichtsratsvorsitzenden Van der Veer im niederländischen Parlament wurde verächtlich gesagt, dass die ING doch "möglicherweise einige dieser teuren Kommunikationsberater etwas mehr hätte konsultieren sollen". Was auch immer das Gehalt der Berater sein mag, verglichen mit der geplanten Gehaltserhöhung des CEO der ING, können sie so teuer nicht sein. Und wenn eine PR-Agentur hätte helfen wollen (und ich denke, dass das nicht der Fall ist): dann wäre die Botschaft auf eine klügere Weise kommuniziert worden ...

Und jetzt Amnesty, die PR mit Propaganda "verwechseln". Gerade PR ist eine Branche, in der die Menschen sehr hart arbeiten, um den Bekanntheitsgrad von Organisationen oder Menschen am Liebsten auf positive aber vor allem objektive Art und Weise zu vergrößern. Indem man Wissenswertes teilt, indem man zeigt, was man macht und worin man gut ist. Und wir unterstützen das. Also nichts im Vergleich mit dem, was Amnesty behauptet, wie Missstände zu ignorieren und mit Lügen zu verschleiern.

Marlous Fortuin

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