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Viele PR-Berater finden ihre Arbeit nutzlos

Zumindest kann man das aus einer Studie von Robert Dur von der Erasmus-Universität und Max van Lent von der Universität Leiden schließen. Für die Studie wurden 100.000 Mitarbeitern aus 47 Ländern befragt und die Resultate wurden am 4. April in einen Artikel der Zeitung „De Volkskrant“ veröffentlicht. In der Liste der Berufe, die von den Beschäftigten als nutzlos empfunden wurden, stand der PR-Berater an zweiter Stelle. Das bedeutet, dass ein großer Teil unserer Berufsgruppe der Aussage "Meine Arbeit ist nützlich für die Gesellschaft" widerspricht. Nicht wirklich ein gutes Werbeplakat für eine Branche, die nach vielen neuen Talenten sucht.

Ich muss gestehen, dass ich mich in meinem alltäglichen PR-Arbeitsleben manchmal gefragt habe, ob die breite Öffentlichkeit oder die spezifischen Zielgruppen die wir definiert haben auf die Produkte und Produktneuigkeiten warten, die wir im Auftrag unserer Kunden an die Öffentlichkeit anbieten. Gerade bei Produkten bei denen der Mehrwert für die Gesellschaft im Allgemeinen und für die idealen "Käuferpersönlichkeiten" im Besonderen auch nach vier Briefings des Kunden ein Rätzel bleibt.

Ich kann mir dieses Gefühl der Sinnlosigkeit in einigen Sektoren vorstellen, in denen es um das Bewerben von Lifestyle-Produkten, schnelllebigen Konsumgütern, trendigen Gadgets und Mode geht, wo Umsatz und Gewinn von größerer Bedeutung sind und eigentlich nur der Konsum gefördert wird. Und dann gibt es auch immer noch eine ziemlich große Gruppe von Kommunikationsleuten, die aufgefordert werden Politik zu rechtfertigen, die nicht zur Verbesserung der Gesellschaft beiträgt. Was mich betrifft, fügen wir auch einen großen Teil der Lobbyisten und Spin Doctors hier hinzu, die mit ihrer Arbeit der Allgemeinheit nicht nutzen. Sie eignen sich eher für die Kategorien Wertpapiermarkt, Brokerage, Versicherung, Tabakindustrie und Casinos, in denen viele Mitarbeiter denken dass sie "tatsächlich einen schlechten Dienst für die Menschheit leisten." Ich fühle mich auch nicht wohl, wenn ich "Verständnis" für Dinge kultivieren muss, die ich nicht unterstütze. Jeder in der PR-Branche kennt dieses Dilemma.

Glücklicherweise hat Wisse Kommunikatie in den letzten Jahrzehnten viel Zeit mit Kampagnen und Technologien verbracht die von gesellschaftlicher Bedeutung sind: eine Anti-Raucher-Kampagne, die Einführung neuer Medikamente und Medizintechnik und die Stimulierung verschiedener Formen nachhaltiger Energie. Aber auch zahlreiche praktische Lösungen die dem Verbraucher und den Experten das Leben erleichtern, Produktionsprozesse optimieren oder Verschwendung verhindern, so dass man unterm Strich von einem sozialen Vorteil sprechen kann.

Unser Beruf hat sich in den letzten Jahren enorm weiterentwickelt, weil die Medienlandschaft und die Mediennutzung enorm in Bewegung sind. Das Aufkommen neuer IT-Tools, sozialer Medien und die zunehmende Bedeutung von Bildern haben unsere Arbeit interessanter gemacht und noch wichtiger, sicherlich auch gesellschaftlich relevanter. Denn inzwischen ist erwiesen, dass Kommunikationspolitik und neue Kommunikationstechnik mehr denn je Einfluss auf Meinungen und sogar Verhalten haben können. Wenn es stimmt, dass Wahlen bewusst beeinflusst werden, können wir sogar den Lauf der Geschichte verändern.

Es besteht ein zunehmender Bedarf an Content-Spezialisten, die zuverlässige Informationen entwickeln und vertreiben, und Vermittler die die Qualität und Zuverlässigkeit von Informationen überprüfen. Die wichtige und verantwortungsvolle Aufgabe die auf unseren Schultern ruht, ist ehrliche Informationen zu liefern, immer transparent anzugeben woher diese Information kommt und was mit ihr bezweckt werden soll. Das ist sicherlich nützlich für die Gesellschaft.

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